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Auf der Grünfläche hinter einem Wohn- und Industriegebäude, zwischen bestehenden Betongaragen und dem Wald, entsteht ein Haus, dass zugleich eine Wohnung, einen Raum für die Gemeinschaft und eine Orangerie mit einem Wasserbecken beherbergt.

Die Fläche hinter dem Haupthaus wurde nie als Garten betrachtet. Fertiggaragen und ein Carport, sowie eine sich selbst überlassene Wiese zeugen von einem zweckmässigen Umgang mit dem Boden. Das macht die räumlichen Verhältnisse schwierig - wurden doch die Nebenbauten über die Jahre additiv erweitert. Der Ort hat heute in manchen Punkten zwei Gesichter; auf der einen Seite wird er durch einen Wald begrenz, auf der anderen Seite verläuft eine häufig befahrene Strasse. Die Ausrichtung ist gut, der Süden liegt frei. So frei allerdings, dass man sich vor Einblicken schützen muss. Die Wohnungen im Haupthaus würden die Fläche als Garten benötigen, der Betrieb hatte allerdings Anspruch auf Verkehrsfläche. Wird hier weitergebaut, müssen diese Verhältnisse geklärt werden. Durch das Projekt kommt ein länglicher Holzbau so zum Liegen, dass sich seine repetitive Struktur Richtung Süden entwickelt. Dabei greift sie ordnungsschaffend in die Vorplatz-Situation der Garagen und des Carports ein, und siedelt dort die Zugänge zur Wohnung und Gemeinschaftsraum an. Dieser stegartige Zugang verbindet die Wohnung eng mit dem Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss und ermöglicht eine Nutzungssymbiose. Am südlichen Ende wird die Struktur mit grossen gläsernen Flügeln ausgefacht - dort liegt das Wasserbecken, das so praktisch ganzjährig benutzt werden kann. An warmen Tagen stehen die Flügel offen und der abgelegene Waldrand und die Wiese zum Haupthaus werden ein fliessender Raum, dessen Zentrum der Gemeinschaftsraum und das Wasser ist.

Kategorie

Freizeit

Standort

Orpund

Bauherrschaft

Privat

Zeitraum

2018-

Status

Projektiert

Der Wettbewerbsbeitrag für die dritte Erweiterung des Museums verstärkt zwei Blickachsen aus dem Bestand, die die neuen Ausstellungsräume aufspannen und die Bilder Josef Albers in ein räumliches Prinzip überführen.

In der Logik des bestehenden Ensembles setzt sich der Erweiterungsbau des Josef Albers Museums an den noch freien Platz am Weiher im Bottroper Stadtgarten und macht die Wasserfläche damit zum Mittelpunkt der Anlage. Zwei Achsen schliessen an die bestehenden Strukturen an und gliedern die neuen Ausstellungsräume. Die eine findet ihren Ausgangspunkt im Zenitallichtraum des Bestandesgebäudes, während die andere den bestehenden Umgang erweitert. An den Wandscheiben quer zu den Achsen hängen die Gemälde in introvertierten Bereichen mit schmalen Lichtschlitzen. Der Besucher bewegt sich in die Tiefe der Staffelung zum Panoramaraum am Park hin. Dieser komplettiert die beiden Achsen zum Rundlauf und bietet Platz für weniger lichtempfindliche Exponate. Die Cafeteria, die Seminarräume und die Museumslogistik im Erdgeschoss sind in derselben Schottenstruktur wie die Ausstellung darüber organisiert.

Kategorie

Museum

Standort

Bottrop, DE

Bauherrschaft

Stadt Bottrop

Zeitraum

2016

Status

Wettbewerb mit STÖBE ARCHITEKTEN GmbH & Co. KG

Der Neubau beherbergt eine Tagesschule mit Gemeinschaftsraum für die Gemeinde. Unter dem markanten Dach wird ein Teil eines bestehenden Gebäudes mit den neuen, grosszügigen Aufenthaltsräumen vereint.

Die Gemeinde Orpund erweitert ihr Angebot um eine Tagesschule am südlichen Ende des Schulareals. Mit seinem öffentlichen Charakter signalisiert das neue Gebäude den Auftakt zum Schulgelände und flankiert zusammen mit dem länglichen Schulzimmertrakt der Primarschule die Spielwiese auf der strassenabgewandten Seite. Die Tagesschule ist das Wohnzimmer der Schülerinnen und Schüler auf dem Schulgelände. In diesen Räumen ist das Essen in der grossen Gruppe ebenso möglich wie ein kleines Nickerchen. Ausserhalb der Schulzeiten steht das Gebäude den Vereinen des Dorfes als Treffpunkt und Veranstaltungslokal offen. Die Flächen, die den Betrieb ermöglichen, finden ihren Platz im Sockelgeschoss des bestehenden Fuhrerhauses, das von seinem in die Jahre gekommenen Aufbau aus Holz befreit wurde. Die Haupträume kommen auf und neben dem bestehenden Gebäudeteil zu liegen. In einer grosszügigen Geste schwingt sich das Dach über dieses offene Raumgefüge. Begünstigt durch die Hanglage können die Schulkinder von beiden Ebenen auf die umgebende Wildblumenwiese gelangen. Von dort führt eine Treppe weiter auf das Aussenschulzimmer auf dem Dach.

Kategorie

Bildung

Standort

Schulhausstrasse 17, 2552 Orpund

Bauherrschaft

Einwohnergemeinde Orpund

Zeitraum

2018-2020

Status

In Ausführung

Der Beitrag für die Ausstellung „architekturSchweiz19“ beschäftigt sich mit Symbolen des Wandels und bringt ein solches zurück in die Europaallee.

Die Architektur der Städte und Dörfer wird ergänzt von einer Vielzahl an Ausstattungsgegenständen: Altglascontainer, Fahrradständer, Werbetafeln und so weiter verleihen den Zwischenräumen ein unverwechselbares Antlitz. Obwohl zumeist als anonymes Industrieprodukt ohne kulturellen oder gestalterischen Anspruch hergestellt, schreiben sie sich bei vielen Stadtbewohnern tief ins Gedächtnis ein und prägen die Identität der Stadträume. Die digitale Anzeigetafel, Artikelnummer 4-28R, stand bis 2013 auf dem Dach des SBB-Güterschuppen 9 an dessen Stelle heute Hochhäuser in den Himmel ragen. Die Anzeige leuchtete aufs Gleisfeld und informierte die Zugreisenden über Zeit und Temperatur. Heute steht sie - in Koexistenz mit den Gebäuden der Europaallee - für die räumliche und soziale Veränderung ihres einstigen Standorts.

Kategorie

Ausstellung

Standort

Kosmos, 8004 Zürich

Bauherrschaft

Fondation Sotto Voce

Zeitraum

seit 2019

Status

Realisiert
Wettbewerb mit Ruumfabrigg Architekten GmbH ETH SIA, Obstalden

Ein Umbau in Bern, der durch die zeitgemässe Anforderungen der Bauherrschaft an das Haus und die gleichzeitige Wahrung des Denkmals subtile Momente erfährt.

Das 100-jährige Haus steht an einer Strassenecke in einem malerischen Berner Quartier. Vom Garten bis unter das Dach stapeln sich die drei Wohngeschosse der jungen Familie. Eine Kombination aus der altehrwürdigen Holztreppe und einer geschweiften Ergänzung aus filigranem Stahlblech verbindet die Geschosse. Stockwerk um Stockwerk nimmt die Eingriffstiefe zu und die Prinzipien der Raumbildung verändern sich. Im Erdgeschoss werden die ursprünglichen Merkmale des Hauses um die bis anhin fehlende Grosszügigkeit ergänzt. Die neuen Durchblicke überlagern sich mit der charakteristischen Kammerung. Hier bleibt der Charakter des alten Hauses am stärksten spürbar. Eine Etage höher - und ein ganzes Stück privater - teilt der neue Korridor das Geschoss in vier ähnliche Teile. Durch die Lage der neuen Treppe finden die Räume ihren Gebrauch. Ganz zuoberst unter der eigenwilligen Dachform liegt ein luftiger Raum, dessen pyramidale Konturen durch den Eingriff herausgeschält werden. Die Pfosten und Balken der Dachkonstruktion beleben und durchbrechen diese strenge Form. Nach aussen zeichnet sich der Raum durch eine ausladende, runde Öffnung ab, die den einzigen subtilen Hinweis auf das Innenleben des alten Hauses liefert, das nun in der Gegenwart angekommen ist.

Kategorie

Wohnen

Standort

Bern

Bauherrschaft

Privat

Zeitraum

2017-2019

Status

Realisiert

Der Wettbewerbsbeitrag für ein Strandbad verteilt das geforderte Programm auf drei Volumen. Diese stehen in enger Wechselwirkung mit der Topographie.

Die verbleibende, grosszügige Parklandschaft des Bruggerhorns vermag durch ihre Einzigartigkeit die Architektur zu diktieren. Sie fordert Gebäude, die in einer engen Beziehung zur Topographie stehen und so den vermeintlichen Widerspruch zwischen unverbautem Grün und Bauen im Park lösen. Auf drei präzise positionierte Volumen verteilt, wird die neue Anlage diesem Anspruch gerecht und weist den Gästen auf eine subtile Weise den Weg. Die lose angeordneten Gebäude und die unterschiedlichen Niveaus im Terrain bieten einen unmittelbaren Zugang zum Freiraum und rücken die Natur ins Zentrum. Die verbleibende, grosszügige Parklandschaft des Bruggerhorns vermag durch ihre Einzigartigkeit die Architektur zu diktieren. Sie fordert Gebäude, die in einer engen Beziehung zur Topographie stehen und so den vermeintlichen Widerspruch zwischen unverbautem Grün und Bauen im Park lösen. Auf drei präzise positionierte Volumen verteilt, wird die neue Anlage diesem Anspruch gerecht und weist den Gästen auf eine subtile Weise den Weg. Die lose angeordneten Gebäude und die unterschiedlichen Niveaus im Terrain bieten einen unmittelbaren Zugang zum Freiraum und rücken die Natur ins Zentrum.

Kategorie

Freizeit

Standort

Strandbad Bruggerhorn, 9430 St. Margrethen

Bauherrschaft

Gemeinde St. Margrethen

Zeitraum

2019

Status

Wettbewerb mit Ruumfabrigg Architekten GmbH ETH SIA, Obstalden

Zwischen Dach und der abgestufen Betonfigur entfalten sich die Räume des Neubaus um den Fels.

Lange Zeit lag der Fels, gefasst von Obstbäumen und Stützmauern, verborgen unter dem abfallenden Nordhang des Nüenchams. Die Domestizierung der Topografie schreibt ihm nun eine neue Funktion als raumordnender Hauptakteur im Bau des Einfamilienhauses zu. Eine Staffelung von Betonmauern lassen den steinernen Dauerbewohner von der Wiese her nur erahnen. Dahinter hält die flache Masse des Hauses die Siedlung auf Distanz und formt einen geschützten, fliessenden Raum zwischen Garten und gestufter Wohnfigur.

Kategorie

Wohnen

Standort

8757 Filzbach

Bauherrschaft

Privat

Zeitraum

2017-2020

Status

Realisiert
mit Ruumfabrigg Architekten GmbH ETH SIA, Obstalden

Fotografie

Douglas Mandry

Zwei Zeilenbauten werden mit je sechs Wohnungen aufgestockt, die sich der räumlichen Vielfalt unter dem Giebeldach bedienen.

Die Kaltdächer von zwei Zeilenbauten aus der Nachkriegszeit werden abgebrochen und jeweils durch einen doppelgeschossigen Dachneubau ersetzt. Die bestehenden Zeilen sind auf den ersten Blick gleich, unterscheiden sich aber in ihrer Breite und im Erschliessungstyp. Diese Voraussetzung führte zu zwillingsgleichen Aufstockungen: sie sind nahe verwandt, aber keine Kopien. Der räumliche Reichtum, den das Wohnen unter dem Dach bietet, ist verblüffend. Im nördlichen Haus münden schmale hohe Erschliessungszonen in Wohnräume, die sich über die gesamte Breite des Hauses erstrecken und bis unter den Giebel reichen. Im Gebäude am Kutterweg, südlich davon, besetzt die Galerie das Zentrum der Wohnung, von dort blickt man über den hohen Wohn- und den Essraum nach draussen. Die Gauben auf dem Galeriegeschoss haben fast die Abmessungen eines Zimmers, dort kann man sich, mit Blick auf die Bäume, der Arbeit oder dem Müssiggang widmen.

Kategorie

Wohnen

Standort

Lischenweg, Biel/Bienne

Bauherrschaft

Privat

Zeitraum

2017-2019

Status

Projektiert